Zeitungsbericht zum Runden Tisch

Am 29. Juli erschien der Zeitungsartikel zum Runden Tisch, der am 11. Juli in Büchold stattfand. An diesem für das Dialekthaus-Projekt wichtigen Termin, trafen sich die Entscheider aus Verwaltung und Politik, um die weitere Vorgehensweise abzustimmen.

Haus des Dialekts in Büchold mit Live-Stream aus der Küche

Ein weiterer Schritt hin zum geplanten „Haus des Dialektes“ in Büchold ist getan. Im Juli trafen sich auf Einladung von Arnsteins Bürgermeister Franz-Josef Sauer Verantwortliche von Städtebauförderung, der Denkmalpflege und des Heimatministeriums, der Lokalen Aktionsgruppe Spessart (LAG), des Bezirks und des Landkreises Main-Spessart mit Vertretern der Stadt Arnstein und des Dialektvereins, um am „Runden Tisch“ gemeinsam über das Projekt zu beraten. Im ehemaligen Bücholder Gasthaus „Zum Schwarzen Adler“, am geografischen Mittelpunkt Unterfrankens, planen Stadt und Verein mit dem „Haus des Dialektes“ einen lebendigen Treffpunkt für die regionale Sprache und Lebensart zu installieren.

Auf Zeitreise durch das Obergeschoss. Dank weniger baulicher Maßnahmen blieben hier viele architektonische Besonderheiten aus verschiedenen Epochen bis heute erhalten. Foto: Nicole Feser

Über die notwendigen baulichen Sanierungsmaßnahmen sowie die geplanten Nutzungsperspektiven nach der Instandsetzung informierten in der Runde Architekt Karl Gruber aus Karlstadt, der von der Stadt Arnstein mit der Vorplanung beauftragt worden war, sowie der Vorsitzende des Dialektvereins, Benedikt Feser.

Bei den Planungen habe an erster Stelle gestanden, das Nutzungskonzept dem Gebäude und nicht das Gebäude dem Nutzungskonzept anzupassen, betonte Feser. So soll der „Schwarze Adler“, dessen Grundmauern auf das Jahr 1495 datiert werden, in seiner gewachsenen Architektur erhalten bleiben, finden sich in dem Gebäude doch Merkmale aus den prägenden baulichen Epochen der vergangenen Jahrhunderte. Dies sei auch dem Umstand zu verdanken, so Feser weiter, dass die Gastwirtschaft über Generationen nur im Erdgeschoss gewerblich genutzt wurde und somit im Obergeschoss wenige bauliche Veränderungen vorgenommen wurden.

Barocke Stuckdecken und ein alter Tanzsaal
So befinden sich hier Räume aus dem 18. Jahrhundert mit barocken Stuckdecken und Türgewänden sowie der alte Tanzsaal aus dem 19. Jahrhundert. Den Aufgang in das Obergeschoss bildet eine spätbarocke Baluster Treppe. Innen liegende Fenster, massive Sandsteinböden und wandverzierende Sinnsprüche sind weitere architektonische Besonderheiten, die sich im Obergeschoss des Gasthauses erhalten haben.
Dieser ursprüngliche Zustand des in seiner Art besonderen Gasthauskomplexes stellt jedoch wiederum hohe Ansprüche an die bauliche Sanierung. Vom Kellergeschoss bis in den Dachstuhl sind umfangreiche Maßnahmen erforderlich, um das Gebäude statisch und baulich in die Gegenwart zu bringen und für die Zukunft zu rüsten.

Ohne energetische Sanierung, aber mit Aufzug
Architekt Karl Gruber erläuterte die notwendigen Arbeiten, die sich auf das Hauptgebäude und das historische Nebengebäude erstrecken sollen. Der neuzeitliche Veranstaltungssaal, der Anfang der 1950er Jahre auf dem Gelände des Wirtsgartens angebaut wurde, könne im Ganzen als Bauwerk nicht erhalten werden, so Gruber. Auf eine energetische Sanierung des Komplexes werde man ebenfalls verzichten. Mit einem eingebauten Aufzug solle allerdings die Barrierefreiheit sichergestellt werden, so der Architekt.

Nach einer erfolgreichen Sanierung wird es dann Aufgabe sein, die Räume mit Leben zu füllen. Hierfür hat der Dialektverein unter der Federführung von Benedikt Feser bereits ein umfangreiches Konzept ausgearbeitet. Die Nutzung des Hauses basiert hierbei auf mehreren Säulen. So könnten im Tanzsaal unter anderem Konzerte, Filmvorführungen, Mundart-Lesungen sowie wechselnde Ausstellungen zu verschiedenen Themen, gerne auch in Kooperation mit Akteuren des unterfränkischen Kulturbetriebes stattfinden.
Wichtig ist den Verantwortlichen auch, museale Elemente interaktiv in das Haus einzubinden, um alle Generationen für das Thema „Dialekt und regionale Lebensart“ zu begeistern. Multi-Media-Stationen böten hier eine zeitgemäße Möglichkeit, Inhalte und Wissen nicht statisch, sondern lebendig zu vermitteln, so Feser.
Blick in die Küche per Live-Stream

Essen und Trinken spielt im Nutzungskonzept des Vereins ebenfalls eine große Rolle. In einer Live-Küche soll die Bedeutung von regionalen und saisonalen Produkten herausgestrichen und so der Nachhaltigkeitsgedanke bewusst gelebt werden. So können sich die Verantwortlichen vorstellen, dass in der geplanten Küche typisch regionale Gerichte vor Publikum zubereitet und Interessierte dies Dank neuer Medien per Live-Stream auch am heimischen Computer verfolgen können. Der historische Gewölbekeller, der auch über einen separaten Eiskeller verfügt, könnte seiner ursprünglichen Bestimmung als Lagerkeller für Bier, Most und regionale Getränkespezialitäten zugeführt werden.

Gebäude beeindruckt beim Rundgang 
Beim abschließenden Rundgang durch den „Schwarzen Adler“ konnten Bürgermeister Sauer und die Vertreter des Dialektvereins noch weitere Details vor Ort anschaulich darstellen. Die anwesenden Vertreter der Behörden zeigten sich durchweg beeindruckt von dem Objekt und der zukunftsorientierten Nutzung des „Schwarzen Adlers“.
Der „Runde Tisch“ sei die ideale Möglichkeit gewesen, das Projekt vorzustellen, so Sauer. So habe man alle möglichen Entscheider sogleich an einem Tisch versammeln können und der Informationsaustausch hätte sich wesentlich einfacher gestaltet, als dies in Einzelgesprächen der Fall gewesen wäre. Nun arbeiten alle Beteiligten daran, dass in naher Zukunft die notwendigen Schritte hin zum „Haus des Dialektes“ gemeinsam bestritten werden.

Zum Zeitungsartikel

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